Gründung's Workshop

Lange hatten die Schülerinnen und Schüler der Realschule plus Salz und ihre Lehrerinnen Anna Becker-Klein und Joana Reichmann diesem Tag entgegengefiebert. Nach vielen Wochen der Planung fand am 8. Mai der Gründungsworkshop der Schülergenossenschaft – organisiert vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband und finanziert von der Westerwald Bank Westerburg – an der Realschule plus Salz statt. Neben einer ausgewählten Schülergruppe der Arbeitsgemeinschaft Schülergenossenschaft sowie ihren Lehrerinnen nahmen auch Lars Bruckhoff und Marco Treiber (von der Partnergenossenschaft Westerwald Bank in Westerburg), Volker Beckmann (Westdeutscher Handwerkskammertag) und Sabine Gans (SCHULEWIRTSCHAFT) an dem Workshop teil.

Was steckt hinter der Schülergenossenschaft? Die Idee ist, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich eigenständig neues Material für den Unterricht zu besorgen. Ob Stifte, Hefte oder Umschläge: das tägliche Handwerkszeug sollte jedem stets zugänglich sein. Da das Einzugsgebiet der Realschule plus Salz ländlich geprägt ist und es nicht in jedem Wohnort einen Schreibwarenhandel gibt, ist es nicht immer möglich, dass kurzfristige Besorgungen direkt erledigt werden. Durch die Gründung einer Schülergenossenschaft und den damit verbundenen Pflichten sollen die beteiligten Schülerinnen und Schüler Kompetenzen durch praktisches Handeln erfahren und Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Ausdauer, Durchsetzungsvermögen und Selbständigkeit erlernen und vertiefen. Dabei spielt es auch eine große Rolle, den Demokratiegedanken aktiv zu erleben und mitzugestalten. Darüber hinaus bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick ins spätere Berufsleben, denn viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich eine spätere Betätigung in den Bereichen Wirtschaft oder EDV gut vorstellen. Auch das aktive ökonomische und ökologische Handeln stehen im Vordergrund. Das Genossenschaftsprinzip legt sehr großen Wert auf Solidarität, Nachhaltigkeit, demokratisches Handeln und soziale Verantwortung. Im Gründungsworkshop arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Fähigkeiten und Neigungen heraus und überlegten, in welchen Bereichen der Schülergenossenschaft (Aufsichtsrat, Vorstand, Einkauf, Verkauf, Finanzen, Verwaltung / Marketing / EDV) ihre Fähigkeiten am besten eingesetzt werden können. In der anschließenden Arbeitsphase wurde die Gründungsveranstaltung am 1. Juni vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt muss es einen Businessplan, eine Satzung und eine Produktpalette geben. Dass hier noch viel Arbeit auf die Schülerinnen und Schüler sowie ihre betreuenden Lehrkräfte zukommt ist klar, doch man konnte an diesem Tag eines feststellen: die Beteiligten haben viel Spaß an dieser Arbeit. Getreu dem Zitat „Mein großer Motivator ist der Spaß an der Arbeit, am Erfolg“ ist zu wünschen, dass diese positive Energie die Schülergenossenschaft bereichern möge. Ein Name für die Genossenschaft steht übrigens noch nicht fest – man darf also gespannt sein, was die nächsten Wochen so mit sich bringen…